Naturerfahrung am Niederrhein

Von Blütenampeln und dem Lieblingsbaum des Sonnenkönigs - die Kastanie

Wird in 2012 nicht angeboten

Von Blütenampeln und dem Lieblingsbaum des Sonnenkönigs

Radexkursion zu denkmalgeschützten Rosskastanien und Industriedenkmälern im linksrheinischen Duisburg in Zusammenarbeit mit Gästeführerin und Radtourenleiterin Brunhilde Böhls
Sonntag, xxxxx
10 Uhr Radstation am Ostausgang des Hauptbahnhof Duisburg

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Die Rosskastanie kommt nur im Balkan natürlich in Berg- und Schluchtwäldern vor.

Sie wurde erst im 16.Jahrhundert in Mitteleuropa wieder heimisch. Mit den türkischen Eroberungsfeldzügen (1521-1683) Richtung Westen, eroberte auch die Rosskastanie Mitteleuropa, da sie Kastanien als Futter für ihre Pferde dabei hatten.

Aus der Türkei gelangten schon 1576 erste Kastanien nach Wien, aus denen der kaiserliche Gartendirektor CLUSIUS die ersten Setzlinge ziehen und pflanzen ließ. Bald darauf verhalf der rege Versand von Samen zu einer rasanten Ausbreitung dieses schnellwüchsigen Baumes. Sie wurde zum Lieblingsbaum von Sonnenkönig LUDWIG XIV. (1638-1715) und zum „majestätischen Modebaum“. Sie schmückte fortan Schlossgärten, fürstliche Parks, Gärten und Alleen. Für Berlin wurde die Kastanie erstmals 1672 erwähnt. Seit einigen Jahren machen die Larven der Miniermotte dem Baum zu schaffen.

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Wie trägt sie bloß ihr hartes Los in Straßenhitze und Gestank. Und niemals Urlaub, keinen Dank!

Bedenke, Gott prüft sie nicht nur, er gab ihr auch die Rossnatur.

(K. H. Waggerl, 1897 – 1973)

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Rosskastanien blühen im Mai und bildet für Bienen und Hummeln reichlich Nektar, mit bis zu 75 % Zucker. Die kerzenförmigen Blütenstände bestehen aus 100 – 200 Einzelblüten. Die „Ampelanlage“ der Rosskastanienblüten ist eine der eindrucksvollsten blütenökologischen Anpassungen zwischen Bäumen und Insekten in Mitteleuropa. Die beiden oberen Kronblätter weisen einen gelben Farbfleck auf, der sich nach der Bestäubung rot verfärbt. Das Signal für Insekten, dass sich ein Besuch nicht mehr lohnt.

Die Inhaltsstoffe der Rosskastaniensamen und ihre pharmakologischen Wirkungen auf das menschliche Gefäßsystem, werden bis heute u.a. gegen Rheuma, Gicht und durchblutungsanregendes Venenmitteln zur Behandlung eingesetzt. Blütentee war als schleimlösender Hustentee weit verbreitet.

Dr. Edward Bach hat aus der Rosskastanie gleich drei Produkte für die Bachblütentherapie gewonnen. So wirken die Essenzen auf Menschen, die zerstreut und chaotisch sind, die sich zuviele Sorgen um andere machen, die zu sehr grübeln und immer wieder von den gleichen Krankheiten heimgesucht werden.

Wir nutzen die Pausen im Schatten der blühenden Kastanien, um Wissenswertes über die Verbreitung und Geschichte sowie die Botanik und Heilkunde dieses Baumes zu erzählen. Auch erfahren Sie etwas über die Montan- und Stadtgeschichte Duisburgs an Orten wie dem Goerdeler Park, dem Garten der Erinnerung in der Innenstadt, der Friedhofsallee in Homberg und dem Diergardtpark mit seinem alten Baumbestand.

Tempo: gemütlich, überwiegend grüne Wege, familientauglich und auch für Hobbyfotografen geeignet.

Kostenbeitrag: 10 € für Erwachsene

Anmeldung bitte an:

Brunhilde Böhls, Tel: 0203/340819
brunhilde.boehls@arcor.de

oder   Christoph Poyck, Tel.: 0203/3986526

Details zur Radexkursion:
Start: 10 Uhr vor der Radstation am Osteingang des Duisburger Hauptbahnhofs, Telefon: 0203 8071790
Revierradverleih: Preis pro Tag 9,- €
Ende der Tour: ca. 18 Uhr

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